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Ziemlich schnell weiß man, wer da "quer" geschossen ist. Max B., Wirtschaftswissenschaftsstudent und Mitglied in verschiedenen CDU nahen Verbänden.
Die Reaktionen fallen, wie zu erwarten war, extrem unterschiedlich aus. Einerseits vollkommenes Unverständnis und Wut, auf der anderen Seite Zustimmung. Max
studiVZ-Account ist mittlerweile zum Sammelpunkt einer umfangreichen Diskussion über Sinn und Unsinn der Entscheidung, aber auch für Beleidung und Verteidigung
geworden.
Aber was ist eigentlich genau schief gelaufen?
Ein Eintrag auf der Pinnwand sagt es deutlich:
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"Soweit ich weiß, hatte Max die meisten Stimmen von allen Vertretern der Studenten.
Und er hat sich auch damals schon für Studiengebühren ausgesprochen. Deshalb haben Ihn viele gewählt. Demokratie heißt nichtes allen rechtzumachen,sondern
den Willen der Merheit durchzusetzen. Dies ist jetzt passiert. Hört also auf zu Weinen."
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Ich kann nicht überprüfen, ob es wirklich so klar war, dass der Kanditat zur Senatswahl für Studiengebühren stand, aber der Kommentar stammt von einem seiner
Mitstudenten. Jetzt kann man sich die Frage stellen, warum Max überhaupt gewählt wurde? Oder wurde er das gar nicht?
Ich möchte damit keinen Wahlbetrug unterstellen, im Gegenteil. Ich gehe eher davon aus, dass die Studenten, die gegen ihn gestimmt hätten, einfach nicht
gewählt haben. Und diese Idee ist gar nicht mal so abwegig.
Münster wäre nicht die erste Uni, die Probleme mit einer schwachen Wahlbeteiligung bei den Wahlen der Studierendenvertretung hat. Wer das nicht von seiner
eigenen Hochschule kennt, der sehe sich das Wahlwerbevideo des AStA der Uni Kassel an. Wer keine
Lust hat, hier kurz die Fakten: die hessische CDU-Regierung hat dem AStA ein Ultimatum gestellt. Sollte die Wahlbeteiligung der Studenten unter 25%
sinken, würden die Zuschüsse gestrichen. Kein Semesterticket, keine Studentenkneipe, kein Sozialservice - keine schönen Aussichten. Den Studierenden
scheint nicht klar zu sein, was auf sie zukommt. Die Wahlbeteiligung sinkt stetig, letztes Jahr bis auf knapp 31%.
Ähnliches kann ich aus persönlicher Erfahrung über den Kampf gegen Studiengebühren sagen. 2004, noch vor dem Richterspruch, der letztendlich den Weg
für unser Problem frei machte, gingen knappe 800 Studis aus ganz Thüringen in Erfurt auf die Straße, wesentlich weniger als 10% der potentiellen Opfer des
Gebührenwahns. Das war und ist bitter, denn eigentlich war es mindestens 5 vor 12! Jetzt ist sicher, dass die Gebühren kommen, früher oder später und das
Geschrei ist groß.
Warum bewegen wir uns immer erst wenn es im Grunde zu spät ist?! Nicht die Demokratie hat uns, sondern wir ihr den Dienst versagt.
Max B. lehrt uns Demokratie, denn die zugegeben besch*****e Situation ist selbstverschuldet! Klartext: Der Studentenvertreter hat die Meinung seiner Wähler
vertreten, auch wenn es nicht die Ansicht der Mehrheit ist, aber die Mehrheit hat sich lieber rausgehalten. Demokratie funktioniert besser wenn alle
mitmachen, man muss ja nicht gleich ganz vorne mitmischen, Meinung sagen reicht.
Ich muss mich dafür entschuldigen, dass dieser Artikel eher das Format eines Blogs haben, aber objektiv kann ich das Thema nicht betrachten. Das ganze ist
also keine News im eigentlichen Sinne. In Blogtradition sollte es nun auch möglich sein Kommentare abzugeben. Das System macht dies nur übers Forum
möglich, auch ohne Anmeldung. Hier der Link.
Weblinks zum Thema:
http://www.abs-bund.de/presse/2372.html
http://www.uebergebuehr.de/de/aktuell/news/.../2007/03/muenster-nicht-mehr-eintritt-frei/
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,472142,00.html
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